Skoliose

Skoliose

Die Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule von mehr als 10 Grad. Als Sonderform gilt die Säuglingsskoliose, die im Alter von wenigen Monaten auftritt und in 96 Prozent aller Fälle spontan, das heißt ohne spezifische Behandlung, ausheilt. Skoliosen sind bei Mädchen 3,5 mal häufiger als bei Jungen.

 

Ursachen

In der Mehrzahl der Fälle ist die Ursache von Skoliose unbekannt. In seltenen Fällen entsteht die Erkrankung durch eine Fehlbildung der Wirbelkörperanlagen. Auch Folgen anderer Faktoren wie z.B. Gewalteinwirkungen oder Unfällen können eine Rolle spielen.

Symptome der Skoliose

Bei einer Skoliose zeigt Ihr Kind im Allgemeinen folgende Symptome:

  • Die Wirbelsäule ist sichtbar verbogen
  • Eine Schulter steht hoch oder ein Schulterblatt steht vor
  • Rippen wölben sich vor oder das Kind hat einen „Buckel“

Diagnose der Skoliose

Bei Verdacht auf eine Skoliose werden im Allgemeinen die knöchernen Strukturen am Körper abgetastet, bewegt und vermessen. Für Ihr Kind ist diese Untersuchung in der Regel nicht unangenehm.

Um das genaue Ausmaß der Erkrankung festzustellen und die richtige Behandlung auszuwählen, wird der behandelnde Arzt zumeist außerdem spezielle Röntgenaufnahmen stehend und in bestimmten Körperhaltungen durchführen.

 

Behandlung der Skoliose

Bei der Säuglingsskoliose reicht es häufig, die Selbstregulation abzuwarten und zu kontrollieren – die meisten Säuglingsskoliosen heilen ohne bestimmte Behandlungen aus. Manchmal wird Ihnen der Arzt aber auch Verhaltenstipps geben oder empfehlen, wie Sie die Aufmerksamkeit des Kindes wecken oder bestimmte Bewegungen anregen können. Auch Krankengymnastik kann unter Umständen notwendig sein, wobei diese nur bei intensiver Anwendung erfolgreich ist. 

Ist die Wirbelsäule mehr als 20 Grad verbogen, wird in der Regel neben gezielter Krankengymnastik auch ein Korsett eingesetzt. Je nach Lage der Krümmungen handelt es sich dabei um Spezialkorsette. Um einen maximale Korrektur zu erreichen, sollten die Korsette nach Gipsabdruck individuell angefertigt werden. Durch diese Maßnahme kann die Skoliose Ihres Kindes zwar nicht geheilt, doch meist eine Verschlimmerung aufgehalten werden. Weil die Tragezeit für den Erfolg der Behandlung entscheidend ist, sollte Ihr Kind das Korsett mindestens zwölf Stunden pro Tag tragen, besser noch mehr. Ab einem Skoliosewinkel im Brustwirbelsäulenbereich von 40 Grad und im Lendenwirbelsäulenbereich von 50 Grad wird eine Operation empfohlen. Dadurch lässt sich sowohl eine Verschlimmerung aufhalten und auch die Verkrümmung (teilweise) aufrichten. Das gelingt allerdings zu Lasten einer Versteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes. Den Funktionsverlust müssen angrenzende Wirbelsäulenabschnitte ausgleichen, die auf Dauer Überlastungssymptome zeigen können.

 

Nachsorge bei Skoliose

Bis zum Ende des Wachstums sind regelmäßige viertel- bzw. halbjährliche Kontrollen – vor allem bei Korsettbehandlungen – notwendig.

Nach den Empfehlungen des Arbeitskreises „Skoliose“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie (DGOT) wird bei Skoliose jeglichen Schweregrades empfohlen, sich sportlich zu betätigen. Wichtig: Während der Sportausübung sollte auf das Korsett verzichtet werden. Bei der Berufswahl ist es sinnvoll, das Krankheitsbild zu berücksichtigen. Ein Orthopäde kann Ihr Kind dahingehend individuell beraten.