Minimal-invasive OP-Technik bringt schnelle Erleichterung für junge Bauchweh-Patienten
Bauchschmerzfrei dank neuer Operationsmethode
Ein ordentlicher Wachstumsschub gehört zur Pubertät dazu. Manchmal aber wird er zum medizinischen Problem: Wachsen Kinder zu schnell, kann es passieren, dass das Zwerchfell beim Atmen ein wichtiges Blutgefäß eingeklemmt – den sogennanten Truncus Coeliacus. Die Folge: Die Bauchorgane werden phasenweise unterversorgt und die dem Gefäß aufliegenden vegetativen Nervenfasern stark irritiert. Beim heranwachsenden Jugendlichen entstehen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel und Durchfälle. Die Diagnostik dieser Erkrankung ist eine Herausforderung: Oft werden die Symptome fehl gedeutet und als nicht organisch, manchmal als psychisch verursacht eingestuft. Mit verschiedenen belastungsarmen Untersuchungen, wie Ultraschall und MRT, lässt sich jedoch durch einen erfahrenen Arzt eine sichere Diagnose stellen.
Eine neue Operationsmethode kann das Problem jetzt wahrscheinlich lösen helfen: Unter Leitung der Oberärztin Dr. Annegret Klimas entwickelten die Kinderchirurgen des HELIOS Klinikums Erfurt eine minimal-invasive Operationstechnik. Durch diesen in der Regel besonders schonenden „Schlüssellocheingriff“ wird das eingeklemmte Blutgefäß „befreit“. 22 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren konnten in den letzten drei Jahren mit dieser Methode erfolgreich operiert werden. Alle Patienten hatten zuvor über chronische Bauchschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder Durchfälle geklagt und waren in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt. Nach der Operation waren die Patienten beschwerdefrei.
Stichwort Schlüssellocheingriff:
Der chirurgische Eingriff erfolgt mittels kleiner Hautschnitte in die Bauchdecke. Durch diese Öffnungen werden Endoskope eingeführt, die mit Lichtquelle, Videokamera und Instrumenten ausgestattet sind. Die Vorteile dieser Operation: in der Regel weniger Schmerzen, schnellere Genesung sowie ein kürzerer Krankenhausaufenthalt für die Patienten.






