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Mandelentzündung
Die Gaumenmandeln („Tonsillen“) dienen eigentlich der Abwehr von Infektionen. Bei einer Mandelentzündung („Tonsillitis“) sind sie jedoch selbst entzündet. Die durch Tröpfchen hervorgerufene Infektion kann akut auftreten, aber auch chronisch werden. Eine chronische Mandelentzündung liegt vor, wenn Kinder unter mehreren akuten Entzündungen pro Jahr leiden.
Gefährlich kann eine Mandelentzündung sein, weil von dem Eiterherd Bakterien-Giftstoffe über die Blutbahn in die Gelenke, an die Herzklappen oder in die Niere streuen und schwere Folgeerkrankungen verursachen können.
Ursachen der Mandelentzündung
Die Entzündung der Mandeln geht meist auf eine bakterielle Infektion mit sogenannten β-hämolysierenden Streptokokken zurück. Sehr selten können auch Staphylokokken oder andere Erreger Ursache der Entzündung sein. Aber auch Viren können eine Tonsillitis verursachen (z.B. EBV, CMV und Enteroviren). Bei Patienten mit Abwehrschwäche können auch Pilze Ursache sein.
Symptome der Mandelentzündung
Folgende Symptome sind typisch für eine akute Tonsillitis:
- Halsschmerzen
- Schluckbeschwerden
- Fieber
- Anschwellung der Halslymphknoten
- Appetitlosigkeit und allgemeines Schwächegefühl.
Diagnose der Mandelentzündung
Eine Diagnose ist nur durch sorgsame ärztliche Inspektion des Rachens möglich. Es zeigen sich gerötete, vergrößerte und mit Stippchen oder grauen Belägen (EBV) belegte Rachenmandeln. Schnelltests sind umstritten.
Behandlung der Mandelentzündung
Wenn Ihr Kind unter einer akuten Mandelentzündung leidet, sollte es unbedingt viel trinken. Medikamente können wirksam die Entzündung bekämpfen und das Fieber senken. Zusätzlich kann es helfen, mit Salzwasser oder einer desinfizierenden Lösung zu gurgeln. Bei einer bakteriellen Mandelentzündung wird in der Regel Antibiotika, zumeist Penicillin, verschrieben.
Chronisch entzündete Gaumenmandeln werden häufig operativ entfernt („Tonsillektomie“). Notwendig kann dieser Schritt u.a. sein, wenn Kinder jährlich unter sechs bis sieben Mandelentzündungen leiden oder über Jahre hinweg mehrfach erkranken.
Sind die Mandeln so groß, dass sie die Atmung beeinträchtigen, während des Schlafens Atemaussetzer auftreten oder das Schlucken behindert wird, müssen sie ebenfalls herausgenommen werden.
In den meisten Fällen werden die Gaumenmandeln unter Vollnarkose entfernt. Dabei wird die Mandel in ihrer Kapsel mit speziellen Instrumenten aus dem umliegenden Gewebe herausgelöst.
Hauptrisiko der Operation: Die Nachblutung der Wunde. Zu solchen Blutungen können bis zu einer Woche nach der Operation auftreten, wenn sich die Wundbeläge lösen. Nach der Mandelentfernung leidet Ihr Kind unter Halsschmerzen und Schluckenbeschwerden. Hier können im Allgemeinen Schmerzmittel und Eiskrawatten helfen. In den ersten Tagen nach der Operation darf ihr Kind nur flüssige Nahrung und Eiscreme zu sich nehmen und braucht unbedingt Bettruhe.
In seltenen Fällen kann es nach einer Entfernung der Gaumenmandeln zu Veränderungen des Geschmackempfindens (metallischer Geschmack) oder der Sprache kommen.
Besondere Hinweise
Für zirka weitere vier Wochen nach der Operation sollte Ihr Kind unbedingt auf Sport und andere anstrengende Tätigkeiten verzichten. Wenn die Wunde abgeheilt ist, bestehen keinerlei Einschränkungen mehr.
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