Knochenbrüche

Knochenbrüche

Knochenbrüche (Frakturen) gehören zu den häufigsten Verletzungen im Kindesalter. Häufig sind dabei sogenannte Grünholzfrakturen (Grünholz- oder Wulstbruch). Dabei wird der Knochen durchtrennt, die Knochenhaut (Periost) aber bleibt erhalten.

 

Ursachen von Knochenbrüchen

Frakturen finden sich bei Kindern häufig an den langen Röhrenknochen an Armen oder Beinen, während Wirbelsäulen- und Beckenfrakturen eher seltener vorkommen. Es gibt unterschiedliche Formen von Brüchen, je nach Art der Gewalteinwirkung (z.B. Unfall oder Sturz). Auch zu große sportliche Belastung kann zu Knochenbrüchen führen (Ermüdungsbruch).

 

Symptome von Knochenbrüchen

Zu den klassischen Symptomen eines Knochenbruches zählen:

  • Schmerzen
  • Schwellung und Funktionsverlust der jeweiligen Extremität
  • Abnorme Form der Extremität

Diagnose bei Knochenbrüchen

Neben der körperlichen Untersuchung ist die klassische Diagnosemethode des Knochenbruches die Röntgenaufnahme. Mit ihr können genaue Aussagen über die Bruchstelle, den Bruchtyp und das Ausmaß der Knochenverschiebung (Dislokation) getroffen werden. 

In einigen Fällen sind weitere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie (z.B. zur Diagnostik von Schädel-, Wirbelsäulen- und Fersenbeinbrüchen) oder der Kernspintomografie (Diagnostik von Brüchen der Wachstumsfugen, speziell am Sprunggelenk oder von Handwurzel- und Fußwurzelbrüchen) sinnvoll.

 

Behandlung von Knochenbrüchen

Wie der Knochenbruch genau behandelt wird, hängt von der jeweiligen Situation ab. Die Spannbreite der Behandlungsmethoden kindlicher Frakturen umfasst z.B. ruhigstellende Therapien mit Gips oder anderen Hilfsmitteln bis hin zu Operationen.  

Um den Bruch zu richten (Repositionierung), wird er vom Arzt in der Regel über mehrere Wochen in einer anatomisch korrekten Position und mittels Gips bzw. anderen Hilfsmittel oder Metallimplantat ruhig gestellt. Nur so kann eine Fehlstellung oder ein Fehlwachstum vermieden werden.  

Spezielle Behandlungskonzepte sind erforderlich, wenn die Wachstumsfugen (Epiphysen) vom Bruch betroffen sind, weil es sonst zu Störungen im Längenwachstum des betroffenen Knochens kommen kann.

 

Nachsorge bei Knochenbrüchen

Wurde operiert (z.B. bei Mehrfach- oder Gelenkbrüchen), so müssen die Metalle entfernt werden, wenn der Bruch nach etwas drei bis zwölf Monaten verheilt ist. Die exakte Dauer hängt vom Bruchort und Bruchtyp ab.  

Zur Kontrolle der Heilung sind Röntgenuntersuchungen auch nach Entlassung aus dem Krankenhaus notwendig. Sie dienen dazu, die Stellung des Knochens und das Zusammenwachsen der Bruchenden zu kontrollieren.  

Wenn die Phase der Ruhigstellung vorüber ist, sollte auch die Belastung behutsam gesteigert werden. Die Physiotherapie bietet dafür Bewegungsübungen, die hilft, die Beweglichkeit der Extremität wiederherzustellen.