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Epilepsie
Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die in jedem Lebensalter auftreten kann. Es kommt dabei zu Anfällen unterschiedlichster Art und ohne erkennbaren äußeren Anlass. Die Form des Anfalls hängt stark vom Alter ab.
Bei jedem epileptischen Anfall handelt es sich um plötzliche, abnorme elektrische Entladungen der Hirnzellen. Alle äußerlich erkennbaren Symptome sind letztlich eine Folge dieser Entladungen. So kommt es beim klassischen epileptischen Anfall, dem sogenannten großen Krampfanfall, zu plötzlicher Bewusstlosigkeit, einer Verkrampfung des gesamten Körpers und meistens rhythmischen Zuckungen von Armen und Beinen. Die meisten Anfälle hören nach wenigen Minuten von selbst auf. Bedrohliche Störungen der Atmung und des Herzschlages sind in der Regel nicht zu befürchten.
Ursachen der Epilepsie
In sehr vielen Fällen verursacht eine genetische Anlage die elektrischen Störungen des Gehirns. Bei neu aufgetretenen Anfällen können aber auch Fehlanlagen im Kopf oder Geschwülste Auslöser sein.
Symptome der Epilepsie
Bei einem epileptischen Anfall können Kinder folgende Symptome zeigen:
- Plötzliche Bewusstlosigkeit
- Blauverfärbung der Lippen durch eine kurzzeitige Atempause infolge von Verkrampfungen der Kehlkopfmuskulatur
- Schlaffheit der Muskulatur
- Kurze, manchmal nur Sekunden anhaltende Bewusstseinstrübungen, oft verbunden mit einer Aufwärtsbewegung der Augen (Absencen)
- Zuckungen einzelner Muskelgruppen wie einer Hand oder im Gesicht
- Automatisierte Bewegungen des Mundes wie Schmatzen oder Lecken
Die beiden letztgenannten Symptome deuten auf kleine, herdförmige (fokale) oder lokalisierte Anfälle hin. Sie treten ohne Bewusstseinseintrübung auf.
Für Eltern ist ein erster epileptischer Anfall immer ein einschneidendes Erlebnis. Wichtig zu wissen: Ein epileptischer Anfall der weniger als zehn Minuten dauert, führt meist nicht zu einer bleibenden Hirnschädigung.
Behandeln muss man eine Epilepsie dennoch: Gefährlich bei einem Anfall sind nämlich die Stürze – sie können zu schweren Verletzungen führen. Immer öfter auftretende und länger anhaltende Anfälle können außerdem das Gehirn schädigen. Sie gelten deswegen als medizinischer Notfall.
Diagnose der Epilepsie
Auch wenn die meisten epileptischen Anfälle nicht lebensbedrohlich sind, muss den Ursachen genau nachgegangen werden. Am wichtigsten ist das völlig schmerzfreie Elektroenzephalogramm (EEG). Dabei wird die elektrische Aktivität der Hirnzellen abgeleitet. Für die Untersuchung muss Ihr Kind ganz still halten – weswegen die Untersuchung einiges an Geduld erfordert.
War das Ergebnis der normalen Hirnstromkurve unauffällig, wird versucht durch sogenannte „Provokationen“ eine elektrische Instabilität nachzuweisen.
Manche Kinder müssen dafür z.B. beschleunigt atmen (Hyperventilation), bei anderen nutzt der behandelnde Arzt eine Reizung durch Licht oder durch Schlafentzug (Schlafentzugs-EEG). Um Ursachen wie Fehlanlagen im Kopf oder Geschwülste auszuschließen, wird zudem eine Kernspintomographie durchgeführt. Mit ihr kann das Kopfinnere sehr genau betrachtet werden. Bei Säuglingen genügt oft schon eine Untersuchung mit Ultraschall am Kopf.
Behandlung der Epilepsie
Behandelt wird eine Epilepsie in fast allen Fällen über Jahre hinweg mit Medikamenten, die das elektrische Gleichgewicht im Gehirn wieder stabilisieren. Für die Wahl des besten Arzneimittels muss der Arzt jedoch den Anfallstyp kennen. Damit Kinder die Medikamente gut vertragen, sollten sie in langsam steigernder Dosis verabreicht werden. Mögliche Unverträglichkeiten sind so besser zu erkennen. In seltenen Fällen gelingt es selbst mit Medikamenten nicht, die Anfälle zu beherrschen. Werden sie z.B. von strukturellen Veränderungen im Kopf verursacht, kann eine Operation helfen. Einige medizinische Zentren haben sich für solche Eingriffe bereits spezialisiert.
Eine regelmäßige Nachsorge bei einem Spezialisten (Neuropädiater oder Epileptologe) ist immer notwendig.
Besondere Hinweise
Ein Medikament gegen Epilepsie darf niemals ohne ärztliche Rücksprache einfach abgesetzt werden!
Der Besuch der Schule oder einer Kindereinrichtung ist meist möglich, auch wenn Ihr Kind noch nicht ganz anfallsfrei geworden ist. Erzieher bzw. Lehrer sollten aber über die Erkrankung und die notwendigen Maßnahmen bei einem erneuten Anfall unterrichtet sein. Beim Sport sind gefährliche Sportformen wie Turnen an hohen Geräten oder Schwimmen tabu. Im Allgemeinen jedoch sollte sich Ihr Kind bewegen, auch wenn es unter einer Epilepsie leidet.
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