Durchfall

Durchfall

Durchfallerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern überhaupt. Dabei muss unterschieden werden, ob es sich um eine akute Durchfallerkrankung handelt oder ob die Stuhlveränderungen schon länger bestehen und damit als „chronisch“ bezeichnet werden können. Die Unterscheidung ist ausschlaggebend für die Behandlung der jungen Patienten.

 

Ursachen von Durchfall-Erkrankungen

Akuter Durchfall wird meist durch Erreger wie Rotaviren oder Noroviren ausgelöst. Sie werden als so genannte „Schmierinfektionen“, also durch direkten Kontakt, von Patient zu Patient weitergegeben. Aber auch über fremde Toiletten, Türklinken und Alltagsgegenstände können die Erreger verbreitet werden.

Bakterielle Keime wie Salmonellen kommen vor allem in den Sommermonaten als Durchfallerreger in Betracht. Salmonellen z.B. werden bevorzugt über (rohe) Lebensmittel wie rohe Eier, rohes Fleisch oder dressinghaltige Salate (z.B. Kartoffelsalat) aufgenommen.   

Chronischer Durchfall kann viele Ursachen haben. Neben Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie der Unverträglichkeit gegen Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) oder Mehl (Zöliakie), können auch die so genannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) Auslöser sein. Und: Auch Kinder können schon unter „funktionellen Darmbeschwerden“ wie dem Reizdarm-Syndrom leiden. Meist setzt der Durchfall hier nach dem Essen oder bei Stress ein. Eine sehr seltene Ursachen von Durchfällen sind hingegen eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse oder Stoffwechselerkrankungen. 

 

Symptome von Durchfall-Erkrankungen

Bei akutem und infektiösem Durchfall treten typischerweise folgende Symptome auf:

  • unbeherrschbarer Stuhldrang und häufiger Stuhlgang
  • häufig in Kombination mit Erbrechen und Fieber

Je jünger die betroffenen Kinder sind, desto früher machen sich die Folgen des Wasserverlustes bemerkbar: Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind ebenso Symptome wie eine verminderte Urinmenge und dunkle Ringe unter den Augen. 

Bei chronischem Durchfall treten typischerweise folgende Symptome auf: 

  • Bestehen die Erkrankungen länger, sind bei Kleinkindern u.a. Wachstums- und Gewichtsstillstand oder Gewichtsverlust möglich.
  • Es kann ein Mangel an Spurenelementen wie Eisen bestehen, mit der Folge der Entwicklung einer Blutarmut (Anämie).  

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen treten häufig zusätzlich Bauchschmerzen auf, in vielen Fällen enthält der Stuhl zudem Blut oder Schleim. Außerdem haben die Betroffenen häufiger nachts Beschwerden.

 

Diagnose von Durchfall-Erkrankungen

Plötzlich auftretender Durchfall, eventuell Erbrechen und Fieber sind typisch für akute infektiöse Durchfallerkrankungen. Deswegen wird der Erreger meist über eine Stuhluntersuchung bestimmt. Ist ein Kind stark ausgetrocknet, kann auch eine Blutuntersuchung vorgenommen werden.  

Bestehen die Beschwerden bereits länger, wird in der Regel zunächst genau über die Erkrankungsgeschichte gesprochen (Anamnese) und dann das Blut untersucht. Damit kann der Arzt beispielsweise schon den Verdacht auf eine Zöliakie erhärten oder entkräften. Auch Stuhluntersuchungen können hilfreich sein. Sollten sich im Gespräch Hinweise Fruktose- oder Laktose-Unverträglichkeit ergeben, können verschiedene Atemtests Aufschluss geben. Manchmal wird auch ein Ultraschall für die Diagnose eingesetzt. In seltenen Fällen müssen auch spezielle Verfahren wie die Darmspiegelung angewendet werden.

 

Behandlung von Durchfall-Erkrankungen

Die Erreger einer akuten Durchfall-Erkrankung kann der Körper in der Regel selbst abtöten. Allerdings: Eine stärkere Austrocknung muss behandelt werden! Kann keine ausreichende Flüssigkeitsmenge mehr getrunken werden oder wird sie vom Kind nicht bei sich behalten, muss der Flüssigkeitshaushalt durch eine Infusion in die Vene wieder normalisiert werden. Empfohlen wird für die Zeit der Symptome zudem eine spezielle Schonkost. Milch und Milchprodukte sollten dabei gemieden werden. Ausgenommen davon sind in der Regel Säuglinge, die häufig Ihre gewohnte Nahrung weiter bekommen können. 

Bei den chronischen Durchfall-Erkrankungen richtet sich die Behandlung nach der Ursache. So muss z.B. bei Nahrungsunverträglichkeiten der  auslösende Stoff gemieden werden. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen hingegen werden fast immer mit Medikamenten therapiert. Bei Reizdarm-Erkrankungen kann es helfen, auslösende Situationen zu meiden und – wenn nötig – Medikamente einzusetzen. Andere Ursachen von chronischem Durchfall müssen mit entsprechend individuellen Therapieformen behandelt werden.