Diabetes

Diabetes (Zuckerkrankheit)

Der Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der Zucker als wichtigster Energielieferant des Körpers nicht mehr normal verwertet werden kann. Im Kindes- und Jugendalter führt meist ein Mangel an dem körpereigenen Hormon Insulin zum plötzlichen Erkrankungsbeginn (Typ 1 – Diabetes). Die Folgen ist eine stark ansteigende Zuckerkonzentration im Blut. Der Körper versucht diesen Zucker über die Nieren auszuscheiden, wodurch dem Organismus reichlich Flüssigkeit und Mineralien verloren gehen. Besteht der Insulinmangel länger, führt die dann einsetzende alternative Energiegewinnung über die Verbrennung von Fett zusätzlich zur Übersäuerung des Blutes. Letztlich resultiert ein lebensbedrohliches Krankheitsbild mit erheblichem Flüssigkeitsverlust, Kreislaufbeeinträchtigung und Bewusstseinsstörungen.

In den vergangenen Jahren werden daneben zunehmend Jugendliche mit gestörtem Zuckerstoffwechsel und starkem Übergewicht beobachtet. In diesen Fällen besteht überwiegend eine Unempfindlichkeit des Organismus gegenüber dem in normaler Menge gebildeten Insulin (Typ 2 – Diabetes).

Die Ursachen von Diabetes sind noch nicht vollkommen erforscht. Neben Erbfakoren spielen wahrscheinlich vor allem Umwelteinflüsse auf das Immunsystem eine wichtige Rolle.

 

Symptome bei Diabetes

Bei folgenden Symptomen muss an die Möglichkeit eines Diabetes mellitus gedacht werden:

  • Auffällig hohe Trink- und Urinmengen
  • Deutlicher Gewichtsverlust
  • Bewusstseinsstörungen bis zum Koma

Diagnose bei Diabetes

Eine Zuckerkrankheit kann rasch über einfache Blut- und Urinuntersuchungen diagnostiziert werden. Weitergehende Laboruntersuchungen dienen der Schweregradeinschätzung und Behandlungsplanung. Zusätzlich ist u.a. die Beurteilung von Blutdruck, Blutfettwerten und der Funktion von Schilddrüse, Nieren und Leber notwendig.

 

Behandlung bei Diabetes

In einer spezialisierten Kinderklinik können alle wichtigen Untersuchungen durchgeführt werden; vor allem werden hier aber die notwendige Menge und Art des zu spritzenden Insulin und die Häufigkeit der notwendigen Insulingaben ermittelt. Entscheidend ist, die erkrankten Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern von Beginn an so zu schulen, dass die Familien im Alltag selbstverantwortlich die Behandlung führen können. Das braucht viele Stunden der Anleitung: Die Blutzuckerbestimmung bzw. Blutzuckermessung, die Art des verwendeten Insulins, mögliche Injektionshilfen und auch die Entscheidung über eine eventuelle Insulinpumpenbehandlung müssen den individuellen Bedürfnissen des Kindes angepasst werden. Während aber noch vor wenigen Jahren eine Diabeteserkrankung viele Einschränkungen mit sich brachte, ermöglichen heutige moderne Behandlungskonzepte vielfach eine ungestörte Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen.

 

Nachsorge bei Diabetes

Der lebenslange Charakter der Erkrankung macht eine spezialisierte ambulante Betreuung in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Kinderarzt dringend empfehlenswert. Kinderdiabetologische Sprechstunden, wie sie vielfach an größeren Kinderkliniken angeboten werden, verbinden die Teamkompetenz auf dem Gebiet der Zuckerkrankheit mit den besonderen Anforderungen des Kindes- und Jugendalters.