Depression

Depression

Zu Stimmungsschwankungen einschließlich Stimmungstiefs kommt es in Pubertät und Jugendalter relativ häufig. Um eine wirklich behandlungsbedürftige depressive Störung handelt es sich jedoch, wenn Jugendliche über einen längeren Zeitraum hinweg eine gedrückte Stimmung haben, ohne dass dafür ein äußerer Anlass erkennbar wäre. Dazu gehört auch der Verlust von Selbstwertgefühl, Interessen oder Freude, eine verstärkte Müdigkeit oder auch Schlafstörungen, Appetitmangel, Konzentrationsstörungen, ein verminderter Antrieb, wiederkehrende Gedanken an Tod bzw. an Selbstmord bis hin zu Selbstmordversuchen.

Ursachen für Depressionen

Die Ursachen einer Depression können sein z.B. symptomatisch sein. Dann liegt eine Reaktion auf ein trauriges Ereignis vor. Sie kann aber auch Symptom einer anderen psychiatrischen Erkrankung sein. In vielen Fällen ist die Ursache einer Depression jedoch unbekannt.

 

Symptome bei Depressionen

Folgende Symptome gelten als typische für eine depressive Störung im Jugendalter:

  • Gedrückte Stimmung ohne äußeren Anlass über eine längere Zeit
  • Verlust an Freude und Interesse
  • Verminderter Antrieb und verstärkte Ermüdbarkeit
  • Verlust von Selbstwertgefühl
  • Schlafstörungen und/oder Appetitmangel
  • Konzentrationsstörungen
  • Immer wiederkehrende Gedanken an Tod und Selbstmord

Diagnose von Depressionen

In ausführlichen diagnostischen Gesprächen mit Ihrem Kind und Ihnen als Eltern wird ein Arzt zunächst versuchen, den Schweregrad der depressiven Störung zu erfassen. Dafür werden in der Regel auch bisherige lebensgeschichtliche Ereignisse sowie besondere Belastungsfaktoren in der unmittelbaren Umgebung erfragt. Zum Diagnoseverfahren kann auch gehören, den Tag-Nacht-Rhythmus sowie das Schlaf- und Essverhalten Ihres Kindes während eines Aufenthaltes im Krankenhaus zu beobachten. Ebenfalls möglicher Bestandteil der Diagnose: Die körperliche und neurologische Untersuchung des Patienten, u.a. mit Blutuntersuchung und Messung der Hirnströme. Zum Teil werden auch eine Computertomografie (CT) oder ein Kernspintomogramm (MRT) angefertigt. Alle diese Untersuchungen dienen dazu, mögliche körperliche Ursachen für einen Antriebsmangel und Abgeschlagenheit auszuschließen.

Bei der ausführlichen „psychologischen Psychodiagnostik“ wird zudem mit speziellen Verfahren die psychische Befindlichkeit gemessen. Mit differenzierten Leistungs- und Konzentrationstests können z.B. schulische Über- oder Unterforderung festgestellt oder mögliche Einschränkungen der Leistungsfähigkeit erkannt werden.

 

Behandlung bei Depressionen

Einer stationären Aufnahme geht im Allgemeinen mindestens ein ambulantes Vorgespräch voraus, in dem der Arzt die erforderlichen Diagnostik- und Therapiemaßnahmen mit Ihnen und Ihrem Kind abstimmt. Das stationäre, multiprofessionelle Therapieprogramm umfasst in der Regel Einzelpsychotherapie, Gruppentherapie, Ergotherapie, Physiotherapie und Kunsttherapie, wobei alle Behandlungen aufeinander abgestimmt werden sollten.

Bei der Behandlung depressiver Störungen ist die Einzelpsychotherapie besonders wichtig. Die Jugendlichen befinden sich oftmals in existenziellen Lebenskrisen, in denen ihnen schulische Probleme, Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen und Konflikte mit den Eltern als unüberwindbar erscheinen.

Regelmäßig sollten in der Behandlungszeit Elterngespräche stattfinden (im Allgemeinen 14-tägig). Dabei kann die Aufklärung und Beratung im Mittelpunkt stehen, aber auch die Kommunikation in der Familie oder die Bearbeitung familiärer Konflikte im Sinne einer Familientherapie.  

Bei Patienten in akuten suizidalen Krisen, die also konkret selbstmordgefährdet sind, sollte das Krankenhaus den entsprechend notwendigen sicheren Rahmen bieten.  

Um die im Krankenhaus erzielten Behandlungserfolge zu festigen, ist meist noch eine anschließende Weiterführung der Behandlung bei einem niedergelassenen Therapeuten wichtig.