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Blinddarmentzündung
Mediziner nennen die Entzündung des Wurmfortsatzes am Blinddarm „Appendizitis“. Die im Volksmund als Blinddarmentzündung bekannte Erkrankung ist im Kindesalter die häufigste Ursache einer gefährlichen Reizung des Bauchraums, des sogenannten „akuten Abdomens“.
Ursachen einer Blinddarmentzündung
Eine Blinddarmentzündung wird durch die Infektion mit Bakterien, die vom Darm aus (seltener auch dem Blut) in den Blinddarm gelangen, ausgelöst.
Symptome einer Blinddarmentzündung
Bei folgenden Symptomen kann es sich um eine Blinddarmentzündung handeln:
- Bauchschmerzen, besonders im rechten Unterbauch, die bei Druck zunehmen
- Übelkeit
- Erbrechen
Die Symptome können je nach Lage des Wurmfortsatzes variieren. Je jünger das Kind ist, um so uncharakteristischer äußern sich die Symptome. Gerade bei ganz kleinen Patienten unter vier Jahren ist es häufig bereits zu einem Durchbruch der Entzündung (Perforation) gekommen, wenn sie operiert werden.
Zu einem solchen Durchbruch kann es im Prinzip immer innerhalb von Stunden kommen – er gilt als schwerwiegende Komplikation. Der Grund: Dabei tritt Eiter aus dem entzündeten Wurmfortsatz in die Bauchhöhle über, wo er sich verbreiten und lebensgefährliche Folgen wie ausgedehnte Bauchfellentzündungen mit Darmlähmung hervorrufen kann.
Diagnose einer Blinddarmentzündung
Am wichtigsten ist, dass ein Arzt den Bauch Ihres Kindes gründlich untersucht. Ultraschall dient dabei vor allem dazu, andere mögliche Erkrankungen der Niere, Harnwege, Gallenblase oder weiblicher Geschlechtsorgane auszuschließen. Auch kann mit Ultraschall freie Flüssigkeit im Bauchraum und damit eine fortgeschrittene Entzündung des Wurmfortsatzes nachgewiesen werden.
Behandlung der Blinddarmentzündung
Hat sich der Wurmfortsatz erst einmal entzündet, gibt es keine Behandlung ohne Operation. Dabei stehen zwei Verfahren zur Verfügung: Entweder wird der Wurmfortsatz am Blinddarm nach der herkömmlichen Operationsmethode entfernt (der Bauchraum wird dabei mit einem Schnitt geöffnet), oder der Arzt arbeitet mit einer Art Schlüssellochtechnik. Der Operateur bringt hierbei über drei kleine Schnitte am Nabelrand und im Unterbauch ein Sichtgerät und Operationsinstrumente in den Bauchraum, verbessert die Sicht durch die Einleitung von Kohlensäuregas und operiert per Spiegelung („endoskopisch“). Der Vorteil dieser Technik: In der Regel weniger Schmerzen, geringere Narbenbildung und weniger Beeinträchtigungen für den Darm. Letztendlich erholt sich Ihr Kind schneller und muss nicht so lange im Krankenhaus bleiben.
Bei beiden Operationsmethoden wird außerdem überprüft, ob es noch weitere mögliche Krankheitsherde gibt. Meist muss das Kind zwischen vier und sieben Tagen im Krankenhaus bleiben. Eine spezielle Nachsorge ist in der Regel nicht erforderlich.
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