Allergie

Allergie

Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten körperfremden Substanzen der Umwelt. "Überschießend" heißt die Reaktion, weil das körpereigene Immunsystem auf Fremdstoffe (z.B. Pollen) anspricht, die – anders als Krankheitskeime – eigentlich keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Prinzipiell kann jeder Stoff in unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden. Heute kennt man bereits mehr als 20.000 Substanzen, die eine Allergie auslösen können (sogenannte Allergene). Häufig sind Allergene Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft, beispielsweise von Blütenpollen, Milben und Schimmelpilzen.

 

Ursachen von Allergien

Die verbreiteten Allergieerkrankungen sind die sogenannten "atopischen Krankheiten" (Atopie, griechisch für "nicht zuzuordnen"). Dazu werden u.a. die Neurodermitis, der allergische Schnupfen (Heuschnupfen) sowie die allergische Form des Asthma bronchiale gerechnet. Seit langem ist bekannt, dass Erbfaktoren bei diesen Erkrankungen eine große Rolle spielen. Kinder, die aus Allergiker-Familien stammen, haben ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko. In neuester Zeit sind Allergiegene entdeckt und beschrieben worden.

Neben den nicht beeinflussbaren genetischen Faktoren spielen Umwelteinflüsse sowie Faktoren des Lebensstils eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentwicklung. Sie zu verstehen und zu beeinflussen, kann allergischen Erkrankungen vorbeugen: So konnte z.B. gezeigt werden, dass gestillte Kinder weniger häufig allergisch sind als ungestillte. Säuglinge, die in Raucherhaushalte aufwachsen, neigen verstärkt zu Allergieentwicklung, insbesondere zum Asthma bronchiale.

Leider ist der medizinische Kenntnisstand zu den Krankheitsursache und den Möglichkeiten, diese vorbeugend zu beeinflussen noch lückenhaft. Es ist zu erwarten, dass die Forschung in den nächsten Jahren hier wesentliche Fortschritte machen wird.

Symptome von Allergien

Bei einer Allergie können typischerweise folgende Symptome auftreten:

  • Am Auge: Bindehautentzündung, Lidschwellung
  • In den Atemwegen: Heuschnupfen (saisonaler Schnupfen), Dauerschnupfen, Schwellungen der Atemwege, asthmatische Beschwerden
  • An der Haut: Quaddeln und Nesselsucht (Urtikaria), allergisch bedingte Schwellungen wie Lippenödeme oder Ekzeme, Neurodermitis
  • Im Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Magenschleimhautentzündung
  • Allgemeine Reaktionen: Juckreiz am ganzen Körper, Gelenkschmerzen (rheumatische Beschwerden), Fieber, Migräne, Depression, anhaltende Müdigkeit,
  • Tödliches Kreislaufversagen (anaphylaktischer Schock).

 

 

Diagnose von Allergien

Das Problem bei der Diagnose einer Allergie: Den Krankheitsbeschwerden steht eine Unmenge allergieauslösender Substanzen als mögliche Ursache gegenüber. Deswegen werden in der Regel folgende vier Stufen angewendet: 

1.       Vorgeschichte der Krankheit (Anamnese)

Die Vorgeschichte der Krankheit liefert bereits wertvolle Hinweise auf den möglichen Allergieauslöser. Hier werden z.B. auch die häusliche und berufliche Umwelt, die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie das psychosoziale Umfeld berücksichtigt.  

2.       Hauttests

Stufe zwei ist die wichtigste im gesamten Diagnose-Verfahren. Zu den Hauttest zählen der Prick-Test (Allergene gelangen bis auf die Oberhaut) , der Intrakutantest (Allergene werden unter die Haut gespritzt), der Scratch-Test (Allergene werden in Flüssigkeit gelöst und ähnlich dem Prick-Test mit kleinen Nadeln in die Oberhaut gebracht) und der Reibtest (Allergene werden auf der Haut eingerieben). Bei allen Tests werden Proben möglicher Allergene auf die Haut gebracht und beobachtet, ob eine allergische Reaktion an dieser Hautstelle auftritt (z.B. als eitriges Bläschen oder als Quaddel).  

3.       Labortests

Hier wird mit Blutproben die Reaktionsbereitschaft des Körpers auf Allergene im Labor untersucht (Sensibilisierung).Unter anderem. werden mit ihm spezifische IgE-Antikörper nachgewiesen. Die sogenannten Immunglobuline der Klasse E sind häufig Auslöser von Allergien, so z.B. von Heuschnupfen, Nesselsucht oder Bindehautentzündung.     

4.       Nachgespräch und Provokationstest

Zur Deutung des Testergebnisses sollte immer auch ein Nachgespräch stattfinden. Dabei wird geprüft, ob die Symptome Ihres Kindes und das Testergebnis überhaupt zusammenpassen. Mit dem sogenannten Provokationstest wird versucht, das Symptom (z.B. Bindehautentzündung mit Rötung und Augentränen, Asthma, Hautausschlag, Ekzem) durch eine Nachahmung der auslösenden Bedingungen bei Ihrem Kind zu provozieren.

 

Behandlung von Allergien

Allergien werden im Wesentlichen auf drei Wegen behandelt:

1. Allergenkarenz

Am besten und sichersten ist es, Kontakte mit dem Allergen zu vermeiden (Allergenkarenz).  

2. Hyposensibilisierung

Wenn eine Allergenkarenz nicht möglich ist, wird die Hyposensibilisierung eingesetzt. Mit dieser Behandlung wird Ihr Kind „unempfindlich“ gegen die Allergene gemacht, indem es in langsam steigender Dosis so lange gegeben wird, bis der Körper Ihres Kindes nicht mehr darauf reagiert.  

3. Behandlung mit Medikamenten

Medikamente helfen, Krankheitssymptome zu vermeiden und zu lindern. Auch entzündliche Schleimhautschwellungen klingen darunter ab. Medikamente bekämpfen zwar nur die Symptome und nicht die Ursache, sind aber oft die einzige Möglichkeit, um Ihrem Kind beschwerdefreie oder wenigstens kaum belastete Tage zu verschaffen.