Adipositas

Fettsucht

Die Fettsucht (Adipositas, starkes Übergewicht) ist eine chronische Erkrankung und kein Schönheitsfehler. Denn: Sie ist Hauptursache für stoffwechselbedingte Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkverschleiß, Herzinfarkt, Arteriosklerose und Schlaganfall.

 

Symptome der Fettsucht

Folgende Symptome sind typisch für Adipositas: 

  • übermäßige Gewichtszunahme
  • Atemnot
  • Belastungsschwäche
  • Gelenkschmerzen
  • bei Mädchen im Pubertätsalter auch zunehmende Körperbehaarung vom männlichen Typ
  • Regelstörung

 

 

Ursachen der Fettsucht

Ursachen für Adipositas sind:

  • Erbanlagen
  • ungünstige Ernährung (zu viel Fett, Kohlenhydrate, kalorienreiche Zwischenmahlzeit, fehlende Essenskultur)
  • mangelnde Bewegung (zu viele sitzende Freizeitbeschäftigungen wie fernsehen und Computer spielen)
  • seelische Belastungen wie Einsamkeit oder Stress, die dann zu einer unkontrollierbaren Nahrungsaufnahme führen  

 

 

Diagnose von Fettsucht

 

Der Grad der Fettsucht wird durch den Body-Mass-Index (BMI) festgestellt. Dieser wird berechnet, indem man das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt. Ein 75 Kilogramm schweres und 150 Zentimeter großes Mädchen hat damit z.B. einen BMI von 33,3 (75/1,50²). Bei Werten von 20 bis 25 spricht man vom Normalgewicht, ab 30 wird starkes Übergewicht diagnostiziert, das behandelt werden muss. Um Folgeerkrankungen der Adipositas auszuschließen, werden anschließend meist noch weitere Untersuchungen nötig: Die Blutzuckermessung gibt Aufschluss über eine eventuell vorhandene Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Elektrokardiogramm (EKG), Langzeitblutdruckmessung sowie Ultraschall vom Herzen (Echokardiographie) können auch zur Diagnose von Herz- und Kreislaufstörungen verwendet werden.   

 

Behandlung von Fettsucht

Eine erfolgreiche Behandlung setzt eine gute Motivation der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familie voraus. Diäten sind ungeeignet und führen meist zu einem Jojo-Effekt. Dauerhafte Gewichtsstabilisierung und Gewichtsabnahme erfordern eine schrittweise Änderung der Ess-, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten – also des gesamten Lebensstils. Langfristig ist der Erfolg nur dann garantiert, wenn die Verhaltensänderungen lebenslang beibehalten werden.

Wichtig dafür ist, dass das Essen als Genuss und nicht zum Abbau von Frust oder als Zeitvertreib gesehen wird. Die Mahlzeiten sollten deswegen zu geregelten Zeiten und möglichst mit der ganzen Familie, ohne Ablenkung und Druck, eingenommen werden.

Weiterer Eckpfeiler der Behandlung: Bewegung. Anfangs sollten vor allem solche Sportarten in das Bewegungsprogramm übernommen werden, die die Gelenke schonen. Empfohlen werden hier z.B. Radfahren oder Schwimmen. Später kann die Mitgliedschaft in einer Sportgemeinschaften helfen, das Gewicht langfristig zu halten.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist nur dann erforderlich, wenn das Übergewicht zu Folgeerkrankungen wie gestörtem Zuckerstoffwechsel, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und vermehrt männlichen Hormonen bei Mädchen in der Pubertät (Hyperandrogenämie) geführt hat. Die Krankheiten sollten jeweils von einem entsprechend spezialisiertem Arzt behandelt werden.  

 

Nachsorge bei Fettsucht

Über wenigsten zwei bis fünf Jahre sollten die Kinder bzw. Jugendlichen und ihre Familien weiter betreut werden. Manchmal kann auch eine langfristige Betreuung bis ins Erwachsenenalter hilfreich sein. Zur Nachsorge zählen u.a. regelmäßige ärztliche Kontrollen, Ernährungsberatungen und Schulungen, eventuell auch psychologische Einzel- und Gruppenbetreuung sowie Sport und Bewegungsschulungen.