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Im Brustzentrum des HELIOS Klinikum Berlin-Buch arbeitet eine speziell ausgebildete Brustkrankenschwester
„Ich hatte jemanden, der mich an die Hand nahm…"
Berlin-Buch. Nach der Eröffnung der Diagnose „Brustkrebs“ durch ihre Frauenärztin ging alles schnell. Manuela Schneider kam in das Brustzentrum des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, sofort scharten sich fünf Ärzte um die Bürokauffrau, ein Übermaß an Informationen ging auf die junge Frau nieder. „Alle waren freundlich und bemüht, doch ich konnte höchstens 30 Prozent aufnehmen“, erinnert Manuela Schneider und nennt den Grund: „Ich war wie in Trance, es war schwierig, alles einzuordnen und zu verstehen.“
Dann kam Heidi Loll, und die Situation änderte sich schlagartig. „Ich hatte jemanden, der mich auffing und an die Hand nahm“, erinnert sich die 35-jährige Frau und Mutter einer elfjährigen Tochter. Die Brustkrankenschwester war bei Arztgesprächen und Untersuchungen dabei. Sie konnte, weil mit dem Thema vertraut, Informationen strukturieren und Sachverhalte erklären. „Das versetzte mich erst in die Lage, überhaupt Fragen stellen zu können“, erinnert sich die Patientin.
Seit über einem Jahr arbeitet Heidi Loll als Brustkrankenschwester (engl. „Breast Nurse“) im Brustzentrum des HELIOS Klinikums Berlin-Buch. Die erfahrene Krankenschwester ist die erste Brustkrankenschwester im HELIOS-Konzern. Befreit von den täglichen Aufgaben einer Krankenschwester, wie Verbände anlegen oder Spritzen geben, kann Heidi Loll den betroffenen Frauen und ihren Angehörigen jede nur erdenkliche Hilfe anbieten. Dabei orientiert sie sich ganz an den Bedürfnissen der Frauen. „Jede Frau reagiert anders auf die Diagnose Brustkrebs“, weiß die Brustkrankenschwester aus ihrem Alltag.

- Frau Loll (rechts) im Gespräch mit Frau Schneider
Meist stellt die Diagnose Brustkrebs für die Patientin eine Extremsituation dar, die sie in der Regel unvorbereitet trifft. „Sie fallen oftmals in ein tiefes psychisches, emotionales und soziales Loch“, so Heidi Loll. Manche Frauen denken bei der Diagnose „Brustkrebs“ nicht an sich selbst, sondern an ihre Familie, Verwandte und Angehörige: Wie sage ich es meinem Partner und meinen Freunden? Sag ich es meinem Kind? Loll: „Auch hier benötigen die Frauen Rat.“
Die Brustkrankenschwester ist „Bindeglied“ zwischen der Patientin, den Ärzten und allen am Behandlungsprozess Beteiligten. Als „Lotsin“ begleitet sie Frauen mit der Diagnose Brustkrebs durch das für Laien meist undurchschaubare „Labyrinth“ von Diagnostik, Therapie, und Rehabilitation. Sie ist „Dolmetscherin“, wenn sich Ärzte im Fachchinesisch verlieren oder die Patientinnen im Diagnoseschock nichts aufnehmen können, oder sich nicht trauen, nachzuhaken. Sie nimmt an Besprechungen der behandelnden Ärzte teil, ist über Diagnosen und Behandlungsverläufe informiert.
Für ihre Aufgabe als Breast Nurse hat die Krankenschwester am Bremer Klinikum Links der Weser eine einjährige berufsbegleitende Zusatzausbildung erfolgreich absolviert. Heidi Loll hat den Gesprächskreis „Eva - Frauen gemeinsam für das Leben“ initiiert. Einmal pro Woche treffen sich Betroffene im HELIOS Klinikum Berlin Buch, tauschen Informationen und Erfahrungen aus. Als zertifizierte MammaCare Trainerin bietet sie auch Kurse zur Selbstuntersuchung der Brust an, um eventuelle Veränderungen möglichst früh zu erkennen.
Heidi Loll hat nicht nur Manuela Schneider aufgefangen, sondern auch ihren Lebensgefährten und ihre Tochter Romy. „Sie bekam kindgerechtes Informationsmaterial, Rat zur Gesprächsführung mit ihrer Tochter und konnte Heidi jederzeit anrufen.“ Das habe ihre Tochter gestärkt und ihr das Gefühl gegeben, mit ihren Sorgen nicht allein zu sein. Und auch ihr Partner, der geschockt und besorgt war, hatte in der Brustkrankenschwester eine Gesprächspartnerin, zu der jederzeit telefonisch und persönlich Kontakt aufnehmen konnte.
Stichwort: Das Berufsbild der Brustkrankenschwester („Breast Nurse“) geht auf eine Richtlinie der Europäischen Gesellschaft für Brustkunde (EUSOMA) für interdisziplinär arbeitende Brustzentren zurück. Zur individuellen Versorgung von Frauen mit Brustkrebs werden neben der medizinischen und psychologischen Betreuung zwei Brustkrankenschwestern pro Mammazentrum gefordert. Im Gegensatz zu unseren europäischen Nachbarn gibt es in Deutschland erst wenige Brustkrankenschwestern.
Kontakt
Heidrun Loll
Brustkrankenschwester
"breast nurse"
MammaCare Trainerin
Examinierte Krankenschwester
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 9401-53366
Mobil: 0151 18389235
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Vortragsreihe Brustzentrum
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