Trichterbrust

 

-          Für Patienten ohne körperliche Beeinträchtigung 

Einsatz von Silikonimplantaten 

Nur bei wenigen Patienten löst eine Trichterbrust körperliche Beschwerden aus. Da die Korrektur daher fast immer aus ästhetischen Gründen erfolgt, sollten Ärzte ein möglichst wenig invasives und komplikationsarmes Verfahren verwenden.  In fast keinem Fall ist heute noch eine aufwändige Korrektur der Rippen erforderlich, um dieses Ziel zu erreichen. Mit individuell angefertigten Silikonimplantaten lässt sich das Aussehen in der Regel korrigieren, ohne aufwendig die Verformung der Knochen zu beheben. Der Vorteil: Dieses Verfahren ist minimalinvasiv und relativ komplikationsarm. Der Chirurg setzt dabei das Implantat über einen kleinen Schnitt in der Unterbrustfalte ein und korrigiert exakt den Defekt. Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes, die Einschränkungen nach der Operation und die Nachsorge sind im Gegensatz zu den anderen Verfahren minimal. Bereits nach rund 3-4 Wochen kann wieder Sport getrieben werden.  Ernste Komplikationen sind normalerweise nicht zu erwarten. Das Implantat ist ein möglichst genauer Abguss der Trichterbrust. Dies gewährleistet in der Regel eine optimale Passform und bestmöglichen Halt.

 

-          Für Patienten mit körperlicher Beeinträchtigung 

Bei extrem ausgeprägten Verformungen oder bei Patienten, bei denen deshalb eine Störung der Herz- und Lungenfunktion aufgetreten ist, kann gelegentlich auf eine knöcherne Korrektur nicht verzichtet werden.  

 

Operationen mit offener Korrektur der Brustwand 

Die herkömmliche Behandlungsmethode bei der Trichterbrust ist die offene Korrektur der Brustwand. Hierbei formt der Chirurg sowohl den Knochen als auch den Knorpel des Brustkorbs neu. Dazu muss der Brustkorb mit einem langen Schnitt geöffnet werden. Bei Männern verläuft der Schnitt senkrecht, bei Frauen waagerecht. Das Problem: Der Eingriff ist aufwändig, und für den Patienten höchst anstrengend. Außerdem bleiben große Narben zurück. Während der Operation trennt der Chirurg die verformten Rippen vom Brustbein. Dann entfernt er die Knorpelanteile der Rippen. Im Anschluss hebt er das Brustbein an und befestigt es mit Metallspangen. Eine schonende Variante der offenen Trichterbrust-Korrektur ist die sogenannte Erlanger Methode. Hierbei trennt der Chirurg die Rippen nicht ab, sondern sägt sie nur an. Die Ergebnisse sind grundsätzlich zufriedenstellend, allerdings ist die Brustwand nach der Korrektur deutlich unbeweglicher.     

 

Minimalinvasive Operationstechnik nach Nuss 

Alternativ steht eine etwas schonendere Methode zur Trichterbrust-Korrektur zur Verfügung. Erfunden hat sie der amerikanische Chirurg Donald Nuss. Die sogenannte Nuss-Technik ist minimalinvasiv, d.h. die Schnitte sind möglich kurz und verlaufen seitlich an der Brustwand. Dabei schiebt der Chirurg eine exakt angepasste Metallspange unter das Brustbein und befestigt sie an den seitlichen Rippen. Mithilfe einer Videokamera kann er jede Phase des Eingriffs genau kontrollieren. Die Spange verbleibt zwei bis drei Jahre im Körper und drückt das Brustbein nach außen. Auch nach ihrer Entfernung bleibt die neue, gleichmäßige Form weitgehend erhalten. Die Nuss-Methode erfreut sich wachsender Beliebtheit, da die Brustwand dabei unversehrt bleibt und die Narben im Vergleich zur offenen Methode klein sind. Allerdings handelt es sich dennoch um einen thoraxchirurgischen Eingriff mit entsprechenden Komplikationsmöglichkeiten. Die  postoperative Erholungsphase ist kürzer als bei den offenen Korrekturen, dennoch ist eine umfangreiche klinische Nachbetreuung und Schmerztherapie erforderlich.

 

Saugglocke 

Die Trichterbrust-Korrektur mit der Saugglocke ist eine verhältnismäßig neue Methode. Die Vorteile: Sie ist nicht-chirurgisch und daher besonders schonend. Dabei wird versucht, den Brustkorb mit Unterdruck umzuformen. Die Therapie dauert über viele Monate bis einige Jahre. Eine dauerhafte Korrektur erfordert in der Regel eine mehrjährige Behandlung. Unabhängige Langzeitstudien liegen bislang nicht vor.