Brustwiederherstellung

 

Wie funktioniert die Brustwiederherstellung mit körpereigenem Gewebe? 

Prinzipiell unterscheidet man zwischen Gewebe, das mitsamt dem versorgenden Gefäßstiel – inklusive eines Muskels - verlagert wird und den modernen mikrochirurgischen Techniken. Früher war es häufig erforderlich einen Muskel zu opfern, um ausreichend Gewebe für den Wiederaufbau zu erhalten (Latissiums dorsi –Lappenplastik, TRAM-Lappen). Dies ist heute nur noch in Ausnahmefällen nötig. Die Nachteile, die durch den ausfallenden Muskel verursacht werden, lassen sich daher heute vermeiden.

Heute können wir Gewebe vom verschiedenen Körperstellen wie Bauch, Gesäß oder Rücken entnehmen, je nachdem wo es sich bei Ihnen am besten eignet. Mit modernen Techniken können wir daraus meist eine regelmäßige und natürliche Brust formen. Entscheidend: Der Einsatz dieser neuartigen Perforator Lappenplastiken schließt Beeinträchtigungen an der Entnahmestelle in der Regel weitgehend aus. Diese Verfahren sind hoch anspruchsvoll und erfordern einen speziell mikrochirurgisch ausgebildeten Plastischen Chirurgen.

 

Was ist eine DIEP (Deep Inferior Epigastric Perforator) Lappenplastik? 

Die DIEP Lappenplastik ist die häufigste Variante der Brustwiederherstellung mit Eigengewebe. Hierbei entnimmt der Chirurg Haut- und Fettgewebe aus dem Unterbauch. Das Problem in der Vergangenheit: Die Blutgefäße, die das entnommene Gewebe versorgen, führen durch den geraden Bauchmuskel. Deshalb entnahmen Chirurgen/Gynäkologen früher das Unterbauchgewebe mitsamt des geraden Bauchmuskels. Als Folge trat eine Schwächung der Bauchwand mit funktionellen Beschwerden auf. Moderne, schonende mikrochirurgische Techniken wie der DIEP lassen die Muskeln in der Regel unversehrt. Unter Lupenvergrößerung entnimmt der Chirurg nur das gewünschte Haut- und Fettgewebe mit seinen versorgenden Gefäßen. Anschließend verbindet er die Blutgefäße mit denen der Brustwand oder der Achselhöhle. Später kann durch einen kleineren Eingriff auch die Brustwarze und der Warzenhof rekonstruiert werden.

 

Was sind die Argumente für eine DIEP-Lappenplastik? 

Die DIEP-Lappenplastik genießt bei Experten einen hervorragenden Ruf. Aus gutem Grund: Der Unterbauch ist die ideale Spenderregion für die Brustwiederherstellung mit Eigengewebe. Er liefert meist ausreichend Gewebe, um eine oder sogar beide Brüste zu rekonstruieren. Ein weiteres Plus: Das Unterbauchgewebe ist dem Tastgefühl des normalen Brustgewebe sehr ähnlich. Die Entnahmestelle verschließt der Chirurg durch eine Straffung der Oberbauchhaut. So kann oft zusätzlich die Bauchkontur verbessert werden. Die Narbe lässt sich in der Kleidung meist gut verbergen. Die DIEP-Lappenplastik schafft im Normalfall eine ansprechende Brustform und meist eine langfristige Symmetrie, die den Alterungsprozess in der Regel überdauert. Spätkorrekturen, wie z.B. bei Brustimplantaten, sind grundsätzlich nicht notwendig.

 

Gibt es Alternativen zur DIEP-Lappenplastik? 

In manchen Fällen ist eine Gewebeentnahme vom Unterbauch nicht möglich oder nicht gewünscht. Alternativen bilden die Entnahme von Eigengewebe vom Gesäß (I-GAP oder S-GAP Lappenplastik) oder vom Oberschenkel (Gracilis Lappenplastik). Die Möglichkeiten besprechen wir individuell in einem ausführlichen Beratungsgespräch.

 

Wie bereiten Sie sich am besten auf die Operation vor?

Vor der Operation sollten Sie in guter gesundheitlicher Verfassung sein. Vermeiden Sie Stress und reduzieren Sie Ihren Nikotin- und Alkoholkonsum auf ein Minimum in den 14 Tagen vor und nach der Operation. Darüber hinaus sollten  Sie zwei Wochen vor der OP keine Medikamente nehmen, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Aspirin). Die Tumornachsorge sollte vor dem Eingriff aktualisiert sein. Falls Sie es wünschen, organisieren wir für Sie eine Eigenblutspende 4-6 Wochen vor dem Eingriff. Obwohl seltenen erforderlich, kann auf diese Weise eine Fremdbluttransfusion fast immer vermieden werden.